Der Unterschrank Startseite

Da mein Becken ja nicht gerade ein Standardmaß hat (Grundfläche 100 cm x 70 cm, Höhe 50 cm), musste also auch ein individueller Unterschrank her. Da ich im Handel keine passenden gefunden habe und eine Sonderanfertigung von Schreiner sicher auch nicht ganz billig gewesen wäre, war demzufolge Eigenbau angesagt. Nach einer ersten Skizze auf Papier, die recht erfolgversprechend aussah, habe ich mit erst mal ein kleines CAD-Programm (InstaCAD) besorgt, um die Konstruktion ein wenig "professioneller" zu gestalten. Um eine bessere Vorstellung über das Gesamtbild zu bekommen, habe ich noch ein Aquarium "raufkonstruiert".

Hinweis für "Nachbauer": Ich habe mich bemüht, das ganze so genau und verständlich wie möglich zu beschreiben, weise aber ausdrücklich darauf hin, dass das ganze nichts für absolute Bastelanfänger ist. Man sollte wenigstens schon einige "Mitnahmemöbel" zusammengebaut haben (das Prinzip ist hier ähnlich) und auch einigermaßen gut mit 'ner Bohrmaschine umgehen können. Und obwohl der Schrank bei mir das gefüllte Becken (350 l) problemlos trägt, übernehme ich selbstverständlich keine Garantie für die Stabilität eines Nachbaus. Auch dies ist ein Grund dafür, dass man beim Nachbau schon einigermaßen wissen sollte, was man tut.    ;-)
Aquarium Miniansicht
Teileliste:



















Zweck L (cm) B / H (cm) Stärke (mm) Art Anzahl
Boden / Deckel
100
=== *
70,5
===
19
Spanplatte schwarz
2
* )

=== bedeutet, dass beide Seiten der entsprechenden Länge mit Umleimer zu versehen sind,
---- bedeutet, dass nur eine Seite der entsprechenden Länge zu umleimen ist.
Beispiel: Beim Boden sind alle 4 Seiten zu umleimen, bei den Regalböden, reicht es, nur jeweils eine der 27,9 cm langen Seiten mit Umleimer zu versehen.
Außenwand rechts
Rückwand
66,0
74,0
===
19
Spanplatte schwarz 2
Außenwand links
Innenwände
62,0
74,0
---- *
19
Spanplatte schwarz 3
Trennwand Regal
28,1
74,0
19
Spanplatte schwarz 1
Regalboden
27,9
----
30,0
19
Spanplatte schwarz 4
Türen
32,2
===
58,2
===
19
Spanplatte schwarz 2
Schubladen Fronten
32,2
===
14,5
===
19
Spanplatte schwarz
2
Schubladen Rückseiten
27,3
12,0
16
Spanplatte natur
2
Nach Wunsch auch beschichtet; dann wie folgt umleimen:
Rückseiten:
   27,3 x 12,0
   ----    ===
Rechts / Links:
   60,0 bzw. 53,4 x 12,0
   ----         ----
Schublade rechts Seiten
60,0
12,0
16
Spanplatte natur
1
Schublade links Seiten 53,4
12,0
16
Spanplatte natur 1
Schublade rechts Boden
61,6
27,3
5
Hartfaserplatte natur
1
Nach Wunsch auch beschichtet
Schublade links Boden 55,0
27,3
5
Hartfaserplatte natur
1
Tür- / SL-Griffe 64 mm x 25 mm Chrom 4
Oder 4 beliebige andere Griffe / Knöpfe...
Schubladenschienen 550 mm 2 Paar
Alternativ eine davon in der Länge 600 mm; ist aber schwer erhältlich. Mit der 550er geht die lange (rechte) Schublade aber auch weit genug auf.
Türscharniere 2 Paar
Hier gibt's die verschiedensten Varianten für jedes handwerkliche Geschick   ;-).
Ich hatte noch einige Scharniere von IKEA. Ansonsten sollten in den meisten Baumärkten Scharniere erhältlich sein. Empfehlenswert sind Topscharniere mit einem Öffnungswinkel von ca. 130 Grad
Holzdübel Durchmesser 6 mm
viele

Verbindungssschrauben
z.B. Hettich Nr. 01622
ca. 20

Regalbodenträger
16

Holzleim

Benötigtes Werkzeug:









Bohrmaschine / Akkuschrauber
Holzbohrer 4 mm, 5 mm, 6 mm, 7 mm
Gummihammer
Lochsäge
Hammer + Nägel oder Tacker Nicht unbedingt erforderlich, erleichtert aber die Montage der Schubladen
"Übertragungshilfen" für Holzdübel
Tiefenanschläge für Bohrer
Gibt's in verschiedenen Varianten: Entweder hat die Bohrmaschine schon einen verstellbaren Anschlag oder man nimmt die Ringe, die auf die Bohrer gesetzt und dann festgeschraubt werden. Auch dies ist (bei genügend Selbstbewusstsein) nicht unbedingt erforderlich. Wenn man sich traut, z.B. ein 10 mm tiefes Loch in eine 19er Platte zu bohren, kann man auf die Anschläge gerne verzichten...
Bohrschablone
Auch nur hilfreich, aber nicht erforderlich; ich habe sie genutzt, um die Löcher für die Holzdübel schön mittig in die Bretter zu bohren; geht aber auch aus der Hand.
Scharnierlochbohrer 35 mm
(bzw. passend zu den eigenen Scharnieren)
Die Kosten:

Für das Material habe ich knapp EUR 125 ausgegeben; dazu kämen noch die Kosten für die Scharniere (ca. EUR 15) und für die Holzdübel sowie für eventuell benötigtes Werkzeug.
Der Aufbau:


Die Bretter lässt man sich im Baumarkt zuschneiden und umleimen.
Wenn man dann alles beisammen hat, kann's endlich losgehen: Wir bauen uns einen Unterschrank...
Ansicht von obenAnsicht von vorneAnsicht von rechtsGesamtansicht
Schritt 1 - Der Schrankteil
Als erstes in die 3 nicht umleimten Kanten der "Außenwand links" und der 2 "Innenwände" jeweils 3 Löcher, Durchmesser 6 mm, Tiefe ca. 20 mm (Länge der Holzdübel - 8 mm) bohren. Ein Loch davon jeweils in der Mitte des Bretts, die anderen jeweils ca. 7 cm vom Rand entfernt.
Die 2 nicht umleimten Kanten der "Rückwand" ebenso bohren.
Jetzt müssen diese Bohrungen nach und nach auf die entsprechenden Gegenstücke übertragen und dort fortgesetzt werden. Hierzu steckt man die "Übertragungshilfen" (keine Ahnung, wie die Dinger wirklich heißen) in die Bohrlöcher, setzt das entsprechende Brett, das an die Kante ran soll, passgenau daran und schlägt vorsichtig aber herzlich  ;-) mit dem Gummihammer dagegen, um die Dornen der "Übertragungshilfen" in das Gegenbrett zu treiben. Somit hat man ein präzises Zentrierloch vorgegeben. Hier bohrt man jetzt jeweils ein Loch, Durchmesser 6 mm, Tiefe ca. 11 mm. Hier jeweils einen Holzdübel reinstecken.
Mit dem beschriebenen Verfahren verbindet man zuerst die Rückwand mit der "Außenwand links" und den 2 "Innenwänden", wodurch sich in der Draufsicht ein großes "E" ergibt (im Bild der linke Teil). Dabei werden die "Außenwand links" und eine der Innenwände genau am Rand der Rückwand befestigt, die andere "Innenwand" genau mittig dazwischen.
Übertragung der Bohrungen
Das Hauptgerüst
Schritt 2 - Die Schubladen
Als nächstes die 2 Schubladen (ohne Fronten) "zusammenzimmern": In die schmalen Kanten der 4 Seitenwände wieder je 3 Löcher 6 mm / 20 mm bohren (gleichmäßig über die 12 cm verteilen) und wie oben beschrieben mit Holzdübeln mit der Rückseite verbinden. Hier empfiehlt sich, die Bohrlöcher und die Kanten noch mit ein wenig Holzleim zu versehen. Dies erhöht die Langzeitstabilität enorm.
Anschließend die Bodenplatte von unten gegen das "U" kleben und mit einigen kleinen (!) Nägeln oder Tackerklammern fixieren. Die entstandenen Kästen nach Wunsch streichen oder mit Folie (Kunststoff, Velours, Metall) bekleben (oder halt gleich beschichtete Bretter verwenden).
Schubladen (mit Schienen)
Schritt 3 - Die Beschläge
Jetzt gemäß der jeweiligen Gebrauchsanweisung die Beschläge (Scharniere und Schubladenschienen) für die Türen und Schubladen anbringen. Hier kann es die Arbeit erleichtern, wenn die Markierungsarbeiten vorgenommen werden, solange das "E" zusammengebaut ist, für das eigentliche Montieren der Beschläge das "E" jedoch kurzfristig wieder zerlegt wird.
Wichtig: Bei der Montage der Beschläge darauf achten, dass die Türen nach unten 5 mm Spiel haben, d.h. die Unterkante der Tür endet 5 mm über der Unterkante der Außen- / Innenwand. Auch die Schienen für die Schubladen müssen so befestigt werden, dass die Schubladen ca. 10 - 15 mm über der Tür ausfahren.
Beschläge
Schritt 4 - Der Regalteil
Aus der "Außenwand rechts" und der "Trennwand Regal" im gewohnten Verfahren (s. Schritt 1) ein "T" zusammenbauen (rechts im Bild). Die "Trennwand Regal" wird dabei genau mittig an der "Außenwand rechts" befestigt.
Anschließend das "T" mit dem "E" ebenfalls mit Holzdübeln verbinden.
Wichtig: Die "Außenwand rechts" ist etwa größer als die "Innenwand" über die sie mit der "Trennwand Regal" verbunden wird. Das "T" ist am "E" deshalb so auszurichten, dass die "Außenwand rechts" hinten bündig mit der Rückwand ist. Vorne steht sie somit um ca. 2 cm über die Innenwand heraus.
Jetzt im Regalteil die Aufleger für die Regalböden befestigen
Das Hauptgerüst
Schritt 5  - Die Verbindungsschrauben
Um dem Konstrukt für die folgenden Schritte mehr Stabilität zu verleihen, müssen spätestens jetzt die Verbindungsschrauben eingesetzt werden. Hier entsprechend der beiliegenden Bedienungsanleitung die Löcher bohren und die Verbinder einsetzen. Eine genaue Beschreibung erspare ich mir hier, da es auf dem Markt eine Vielzahl von Verbindern gibt, welche alle letztlich den gleichen Zweck erfüllen. Hier nimmt man halt, was man bekommt oder einem am zweckmäßigsten erscheint. Ich habe mich für die o.g. entschieden, da diese am einfachsten zu montieren sind.
Verbindungsschrauben
Schritt 6 - Deckel und Boden
Als nächstes wird der Deckel mit dem nun praktisch fertigen Innengerüst verbunden werden. Dies passiert auch wieder mit Holzdübeln. Dazu wieder alle Löcher (18 Stück) in den oberen Kanten der Bretter wie beschrieben mit "Übertragungshilfen" versehen, den Deckel auflegen, wie unten beschrieben genau positioieren und wieder mit dem Gummihammer bearbeiten...
Zur Positionierung des Deckels kann die Unterstützung durch einen Helfer viel Nerven sparen.
Der Deckel ist so zu positionieren, dass jeweils vom Deckelrand aus gesehen
  - links und rechts die Abstände zu den Außenwänden identisch sind
  - an der rechten Außenwand die Abstände vorne und hinten identisch sind
  - der hintere Abstand der rechten und der linken Außenwand identisch sind
Anschließend Dübel einsetzen, den Deckel aufsetzen und den ganzen Schrank umdrehen.

Jetzt den Boden genauso wie den Deckel aufsetzen und anschließend mit einigen Verbindungsschrauben fixieren. Ich habe an folgenden Stellen Verbindungsschrauben gesetzt:
  - Außenwände: Je 2, jede ca. 20 cm vom vorderen bzw. hinteren Rand entfernt
  - Rückwand: 2, jede ca. 20 cm von ihrem linken bzw. rechten Rand entfernt
  - 2 restliche Innenwände: Jeweils 1, jede ca. 20 cm vom vorderen Rand der Ineenwände entfernt

Schrank wieder umdrehen.

Ob man den Deckel jetzt ebenfalls mit Verbindungsschrauben fixiert, ist Geschmackssache. Ich habe es bei meinem Schrank nicht gemacht. Falls Verbindungsschrauben gesetzt werden, unbedingt darauf achten, dass diese keinesfalls auch nur geringfüging über den Deckel herausstehen, da das "tödlich" für das Aquarium werden dürfte...

Schritt 7 - Endmontage
Jetzt die Türen einsetzen und justieren.
Anschließend die Schubladen montieren und die Fronten der Schubladen mit Holzdübeln an den Laden befestigen.
Jetzt noch die Griffe anschrauben und schon ist der neue Unterschrank (fast) fertig. Als letzten Arbeitsgang habe ich mir noch mit der Lochsäge 2 Löcher für Schläuche und Kabel in den Schrank und 1 in die Rückwand der linken Schublade gesägt.

Sollte jemand den Schrank nachbauen, würde ich mich über eine Nachricht freuen.
Fertig!